DIE HEAVEN´S GATE VERNISSAGE
30. März 2023
WhiteWall Store Düsseldorf
Grünstr. 15, 40212 Düsseldorf
Alle Bilder sind auf Anfrage käuflich zu erwerben.
Gedanken zu CRISTO und HEAVEN‘S GATE
Ich möchte etwas Persönliches über diesen Cristo erzählen, der mich selbst absolut fasziniert und den ich aus allen möglichen Perspektiven fotografiert habe, aber aus keiner besser als aus dieser.
Für mich persönlich ist es die schönste und eindrucksvollste Darstellung, die ich je gesehen habe.
Ich habe den Titel Cristo Redentor(Christus der Erlöser), bzw. Cristo 2012 (Jahr der Entstehung) mit dem Untertitel: „My People“ versehen.
Die Menschen auf der dazugehörigen Terrasse wissen davon natürlich nichts.
Sie kommen der Statue und der Aussicht wegen hier her.
Aber ob sie es wollen oder nicht, auf diesem Bild sind sie „sein Volk“, das sich hier zu seinen Füssen munter tummelt, mal hoch, mal runter geht, mal hierhin und dahin schaut, mal Selfies macht oder die Aussicht genießt, vor allem aber ihn selbst, den mächtigen Schutzpatron und Erlöser fotografiert oder einfach nur ihn anschaut, um seine Gedanken zu lesen: nimmt er mich überhaupt wahr?
Viele ahmen seine Stellung nach, wie er die Arme ausstreckt, und sind dann für einen Moment selbst ein kleiner Cristo Redentor, vielleicht um ein bisschen von seiner Erlösungskraft abzubekommen – wer weiß.
Egal wie und was auch immer geschieht, sein Blick ist ruhig, fest und fast gütig auf diese Menschen unter ihm gerichtet; alle stehen sie unter seinem Schutz, und das ist erst einmal in dieser bizarren Welt ein schönes Gefühl, von jemandem, der größer und stärker ist, beschützt zu sein.
So zumindest habe ich diese Statue empfunden.
Und wegen dieses besonderen Gefühls des Schutzes und der Wärme (und auch der Aussicht wegen) habe ich immer, wenn ich in Rio war, ihn, Cristo, besucht und mit einem befreiten, hellen Gefühl auf die Welt da unten geschaut.
Was ist besonders an der Architektur dieses Bildes?
Die Aufnahme wurde von der letzten Terrasse aus (von der Statue aus gesehen) gemacht und verkürzt durch das leichte Tele die Strecke bis zur Statue, wobei der 8 m hohe Sockel von den Menschen vollkommen verdeckt wird, da die letzte Terrasse 3-4 Meter tiefer liegt.
Dieser Verdichtungs-Effekt führt zu dem Eindruck einer irgendwie gearteten Verbundenheit und Verwobenheit der Statue mit den Menschen um sie herum.
Wenn man sich darauf einlässt, spürt man diese Verbundenheit, die Schutz und Wärme bedeutet, und das Bild in Sepia hält dieses Gefühl am Leben.
Das Bild „Heaven’s Gate“ und „Cristo Redentor“ gehören inhaltlich zusammen; eigentlich ist es sogar ein Triptychon, denn das Bild von Cristo aus dem Hubschrauber („Far Horizon“) vor dem endlosen Horizont, geht noch einen Schritt weiter oder höher und stellt eine wirklich himmlische Perspektive dar, soweit es unserem begrenzten Blickfeld in Bezug auf das Weltall entspricht.
Das meine ich mit spirituell-kontemplativ in der Charakterisierung dieser Bilder.
Und dafür ist die Farbe Sepia nicht zufällig oder modernistisch gewählt, sondert gezielt eingesetzt und soll das Dargestellte aus der jetzigen resp. gegenwärtigen Zeit entrücken und unabhängig von ihr machen, man könnte sagen: „zeitlos“; aber nicht ubiquitär, denn diese besondere, ergreifende Atmosphäre ist so nur hier oben auf dem Corcovado möglich.
Die Zugspitze ist etwas ganz anderes.
Die Farbe Sepia, die es eigentlich gar nicht gibt, verdeutlicht diese spirituelle, fast sakrale Atmosphäre und macht sie wiederempfindbar.
Sie konserviert quasi dieses Empfinden von Erhabenheit und Geschützsein zugleich.
Mein Traum: alle 3 Bilder nebeneinander – wie ein Triptychon – mit Cristo in der Mitte auf einer großen weißen Museumswand – es muss nicht das Moma NYC sein.
– Ernesto Vester im Mai 2023





































